Mapping Otherness; Eine postkoloniale Kritik der Subjektivierungsprozesse im Westen und im Nicht-Westen
Bahar Zamani
Dissertationsstipendiat_in an der Akademie der bildenden Künste Wien | Abschluss-Stipendium des Doktoratszentrums 2025
Abstract
Diese Forschung untersucht die Schnittstelle von Revolution, Spiritualität und Widerstand im iranischen Kontext und analysiert, wie religiöse und mystische Traditionen historisch sowohl als Instrumente des Widerstands als auch als Mechanismen der Kontrolle fungierten. Die Studieerforscht, wie die iranische Subjektivität durch historische Zyklen von Herrschaft und Transformation geprägt wurde, wobei kulturelle Schizophrenie (Dariush Shayegan) und subalterne Agency (Ranajit Guha) als zentrale Analysemodelle dienen. Durch die Untersuchung der Spiritualität als politische Widerstandsform wird die westlich-zentrierte Analysen von Revolutionen hinterfragt, indem iranischer Widerstand in seinen eigenen indigenen Traditionen der Subjektbildung und des Kampfes verortet wird.
In diesem Kontext dient Michel Foucaults Interpretation der iranischen Revolution als Fallstudie, um die Grenzen westlicher philosophischer Lesarten nicht-westlicher Aufstände aufzuzeigen. Während Foucault die Revolution als einen Moment der "politischen Spiritualität" betrachtete, unterschätzte sein eurozentrischer Ansatz die tief verwurzelten historischen und kulturellen Komplexitäten des iranischen Widerstands. Durch die Gegenüberstellung von Foucaults Analyse mit postkolonialen Kritiken wird neu bewertet, wie Spiritualität sowohl als Mittel der Befreiung als auch als Ort ideologischer Vereinnahmung fungiert. Vor diesem Hintergrund trägt das Projekt zu einer breiteren Diskussion darüber bei, wie nicht-westliche Gesellschaften jenseits dominanter westlicher Theorieparadigmen zwischen Moderne, Tradition und Revolution navigieren.
Kurzbiografie
Bahar Zamani ist Doktorand*in an der Akademie der bildenden Künste Wien im Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften. Ursprünglich aus dem Iran stammend, wird ihre Forschung von einem Interesse an der Schnittstelle zwischen Spiritualität, Subjektivität und Widerstand in nicht-westlichen Kontexten geprägt. Mit einem Fokus auf postkoloniale Theorie, untersucht ihre Arbeit die Rolle der Spiritualität in revolutionären Bewegungen und erforscht, wie kulturelle und historische Narrative kollektive Agency beeinflussen. In Auseinandersetzung mit Denkern wie Michel Foucault, Ranajit Guha und Daryush Shayegan hinterfragt ihre Dissertation kritisch westliche theoretische Interpretationen der iranischen Revolution und plädiert für ein differenzierteres Verständnis von Widerstand jenseits konventioneller Paradigmen.